Mit dem Austritt von Daniel Schirm verliert die FDP Solingen, und mit ihr der politische
Liberalismus, in unserer Stadt ein engagiertes Gesicht. Die Jungen Liberalen Solingen
bedauern diesen Schritt ausdrücklich. Wir danken Daniel für neun Jahre Einsatz für die
liberale Sache, für unzählige Stunden im Wahlkampf sowie für sein beständiges Engagement
für die Anliegen junger Solingerinnen und Solinger.
Gleichzeitig erachten wir die Entscheidung, das über die FDP errungene Ratsmandat nach
dem Austritt aus Partei und Ratsgruppe zu behalten, für problematisch. Diese Entscheidung
können wir nicht mittragen. Ungeachtet dessen bleibt Daniels Einsatz für den Liberalismus in
Solingen unbestritten. Dafür gebührt ihm unser Respekt und unser Dank.
Der Austritt von Daniel Schirm ist jedoch kein isoliertes Ereignis. Er ist viel mehr der aktuelle
Höhepunkt einer Entwicklung innerhalb der FDP Solingen in den vergangenen Monaten. Eine
belastende Entwicklung, deren Auswirkungen inzwischen nicht mehr zu übersehen sind.
Die internen Konflikte der vergangenen Monate haben der FDP Solingen erheblichen
Schaden zugefügt. Vertrauen ist verloren gegangen und die öffentliche Wahrnehmung wird
zunehmend von internen Auseinandersetzungen geprägt, während politische Inhalte immer
weiter in den Hintergrund geraten.
Insbesondere seit dem Kreisparteitag Ende März ist es nicht gelungen, die entstandenen
Gräben zu überwinden und die Partei wieder zusammenzuführen. Die damals geweckten
Erwartungen an einen Neuanfang haben sich bislang nicht erfüllt. Statt Vertrauen
zurückzugewinnen und aufeinander zuzugehen, wurden bestehende Konflikte nicht
aufgearbeitet. Mitglieder und Öffentlichkeit erleben weiterhin eine Partei, die mit den Folgen
der vergangenen Monate ringt und bis heute keine überzeugende Antwort auf ihre innere
Krise gefunden hat.
Die Jungen Liberalen Solingen sehen diese Entwicklung mit großer Sorge. Die FDP war über
Jahrzehnte eine wichtige liberale Stimme in unserer Stadt. Umso bedauerlicher ist es, dass sie
derzeit vor allem durch interne Auseinandersetzungen wahrgenommen wird.
Wir erwarten deshalb, dass die Verantwortlichen in der Partei die aktuelle Situation ehrlich
analysieren, Verantwortung übernehmen und die notwendigen Konsequenzen ziehen. Die
Entwicklungen der vergangenen Monate dulden keinen weiteren Stillstand. Die FDP Solingen
braucht einen glaubwürdigen Neuanfang, eine Rückkehr zu sachorientierter politischer Arbeit
und eine ehrliche Aufarbeitung der Entwicklungen der vergangenen Monate.
Entscheidend ist nun die Frage, wie verloren gegangenes Vertrauen bei Mitgliedern,
Unterstützern, sowie Wählerinnen und Wählern zurückgewonnen werden kann.
Die Jungen Liberalen Solingen werden sich auch weiterhin für einen starken politischen
Liberalismus in Solingen einsetzen. Gerade deshalb können und werden wir die aktuellen
Entwicklungen nicht schweigend hinnehmen.
Die Zukunft des Liberalismus in Solingen entscheidet sich daran, ob es gelingt, die Partei
wieder zu einen, Vertrauen zurückzugewinnen und politische Inhalte wieder in den
Mittelpunkt der politischen Arbeit zu stellen.